Ein Unentbehrlicher

Ein Nachruf auf den Genossen Manfred Klunker

Manfred Klunker ist wenige Wochen nach seiner Frau Charlotte im März gestorben. Beide waren wichtige Sympathisanten der DKP und nahmen jahrelang regelmäßig an den Versammlungen der Gruppe Lichtenberg teil. Als Kommunist war Manfred Mitglied der PdL geblieben, weil er meinte, daß er so die Menschen im Wohngebiet Frankfurter Allee Süd besser erreichen konnte.

Er war dort zu Hause, wo er in jungen Jahren als Volkspolizist gewirkt hatte. Später nahm er als Politoffizier der Nationalen Volksarmee auf anderem Gebiet politische Verantwortung in der DDR wahr.

Die Konterrevolution in den sozialistischen Ländern verstand er als das, was sie war – die Vernichtung dessen, was dort aufgebaut und gestaltet wurde. Das betraf auch den Antifaschismus. Dagegen nahm Manfred den Kampf auf und sorgte maßgeblich dafür, daß die Namen der meisten Straßen in der Frankfurter Allee Süd, die Namen von Mitgliedern der Roten Kapelle trugen, erhalten blieben. Für alle seine Vorhaben suchte und fand er Verbündete, mit denen er gemeinsam den Kampf gegen die Widerstände aufnahm. Zum 8. Mai unternahmen sie alljährlich die Nelkenaktion, an der sich auch unsere Genossin Erika Baum beteiligte: An den Straßenschildern im Kiez wurden zum Tag der Befreiung rote Nelken angebracht.

Im Jahr 2001 wurde auf Initiative von Manfred ein kleines bescheidenes Denkmal für die Mitglieder Roten Kapelle eingeweiht, bei dem Schüler der Mildred Harnack Oberschule einen inhaltlichen Beitrag leisteten. Manfred, der vorher einige Genossen der Widerstandsgruppe auch im Anstoß vorstellte, war sich bewußt, daß der Text auf der Rückseite des Denkmals mit dem antistalinistischen Credo nicht unsere Sache ist. Dennoch war er mit Recht zufrieden, daß sich der Kampf darum gelohnt hatte.

Besonders hervorzuheben ist, daß er es erreicht hatte, eine Gedenktafel für den Pfarrer der Gemeinde von 1900 bis 1902 an der St. Mauritius Kirche anzubringen. Es handelte sich um Bernhard Lichtenberg, der später Dompropst war und sich deutlich gegen den Faschismus und die damit verbundene Judenverfolgung äußerte. Er starb schwerkrank 1943 auf dem Weg ins KZ Dachau. Angesichts des kirchlichen Antikommunismus ist es außergewöhnlich, daß sich auf Initiative von Manfred anläßlich der Einweihung der Tafel Kommunisten und Christen zu einer Andacht in der Kirche versammelten.

Manfred Klunker war ein Kämpfer. Er war streitbar und konnte sehr unbequem sein. Mancher seiner Gegner konnte ihm dennoch die Achtung nicht verweigern.

Für uns und unsere Sache war er unentbehrlich.

Rückbenennung der Straße Alt Friedrichsfelde in Straße der Befreiung

Auf der BVV Sitzung Lichtenberg am 19. März hat die Fraktion Die Linke den Antrag gestellt, die Straße Alt Friedrichsfelde wieder in Straße der Befreiung zurückzubenennen. Der Name wurde 1992 gestrichen. Das in demselben Jahr, in dem dem sowjetischen Stadtkommandanten Nikolai Bersarin die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin aberkannt wurde. Diese Entscheidung mußte 2003 zurückgenommen werden.

Genossin Rosi Heyer begründete den Antrag besonders mit ihrem persönlichen Erleben als neunjähriges Kind. „Die Soldaten der Roten Armee haben auch mein Leben durch tägliche Essengabe gerettet.“ Sie zog daraus den Schluß: „Kaum einer von Ihnen hat einen Krieg erlebt – das soll auch so bleiben. … Vielleicht verstehen Sie jetzt besser, warum ich eine würdige Ehrung unserer Befreier durch den Straßennamen gut finden würde. Auch den vielen Opfern unter den Soldaten der Roten Armee wird damit Rechnung getragen.“

Wie zu erwarten war, löste der Antrag Diskussionen und Reaktionen aus. Die Nazis hatten bereits vorher den Raum verlassen. Als erster Erfolg ist zu bewerten, daß er in den Kulturausschuß verwiesen wurde, der am 5. Mai um 19 Uhr im Rathaus öffentlich tagt. Um dafür eine Diskussion in der Bevölkerung in Gang zu bringen, fand auf Initiative der Linkspartei am 21. April an dem Ort der damaligen sowjetischen Kommandantur eine symbolische Rückbenennung der Straße statt. Etwa 50 Genossinnen und Genossen der Linkspartei, der VVN, der GRH und der DKP anwesend. Erika Rathmann zog als Lehre aus der Geschichte unter anderem den Schluß unserer Verantwortung für die junge Generation. Die Bundestagabgeordnete Gesine Lötzsch machte darauf aufmerksam, wie schwer sich die BRD von Anfang an damit getan hat, den 8. Mai als Tag der Befreiung anzuerkennen. In diesem Zusammenhang nannte sie als große Ausnahme den Namen vom Richard von Weizsäcker.

Ein Herr Schupelius vom Springerkonzern machte im Zusammenhang der Rückbenennung darauf aufmerksam, daß es in den östlichen Bundesländern noch immer mehr als 600 Straßen gibt, die nach Ernst Thälmann benannt wurden. „Sie haben alle einen neuen Namen verdient. Das wäre ein wirklicher Akt der Befreiung. Denn Thälmann war KPD-Chef und wollte Deutschland in eine kommunistische Gewaltherrschaft verwandeln, bis er selbst von den Nazis gejagt und ermordet wurde.“

Es bleibt abzuwarten, wie die BVV Lichtenberg entscheiden wird.

Ernst Busch und die Würde des Kommunisten

Ernst Busch Veranstaltung

300 Teilnehmer bei Jahrestag der illegalen ZK-Tagung der KPD

Jahrestag der illegalen ZK-Tagung der KPDAm Sonntag, den 9. Februar 2014, erinnerten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Ziegenhals an den 81. Jahrestag der illegalen ZK-Tagung der KPD. An der Kundgebung, die vom Freundeskreis „Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e.V. Ziegenhals organisiert wurde, beteiligten sich auch zahlreiche Mitglieder der DKP Lichtenberg/Marzahn-Hellersdorf. Nationale und internationale Redner mahnten, auch heute den Kampf gegen aufkeimenden Faschismus im Geiste Ernst Thälmanns zu führen.

Jahrestag der illegalen ZK-Tagung der KPDAm Ort der Tagung in Ziegenhals erinnert heute ein Gedenkstein an die letzte von Ernst Thälmann geleitete ZK-Sitzung, nachdem 2010 die 1953 errichte Gedenkstätte geschändet und abgerissen wurde. Mit regelmäßigen Kundgebungen bleibt die Erinnerung in Ziegenhals dennoch lebendig. Die nächste Kundgebung soll voraussichtlich am 27. April 2014 aus Anlass des 128. Geburtstags Ernst Thälmanns stattfinden.

Aufruf zur Teilnahme an der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2014

„Liebknecht kämpfte für uns alle“, schrieb Rosa Luxemburg, als man ihn nach der berühmten Maidemonstration 1916 auf dem Potsdamer Platz verhaftet hatte. „… Er hat gezeigt, dass man auch in Deutschland für seine sozialistische Überzeugung mit dem ganzen Menschen einsteht.“

Dieser Überzeugung, für die Rosa und Karl von der Reaktion ermordet wurden, fühlen wir uns unverändert verpflichtet. Wir gedenken ihrer mit unserer Demonstration im Rahmen der Luxemburg-Liebknecht-Ehrung am 12. Januar 2014. Es ist das Jahr, in dem sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal jährt.

1914 hatte Karl Liebknecht im Reichstag als einziger gegen die Kriegskredite gestimmt. Und Rosa Luxemburg stellte im selben Jahr fest: „Dass es die herrschenden Klassen sind, die allzumal zu Katastrophen treiben, dafür ist Deutschland heute ein klassisches Beispiel.“

Diese Einschätzung des Systems der Profitmaximierung fand im Faschismus und dem von Hitlerdeutschland nur 25 Jahre später mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 ausgelösten Zweiten Weltkrieg, fand im Völkermord an jüdischen Menschen, Slawen sowie Sinti und Roma seine unfassbar grauenerregende Bestätigung.

„Wir brauchen keine Katastrophen“, hatte Rosa Luxemburg formuliert. Auch heute benötigen wir diese nicht. Wir brauchen keine Militärinterventionen. Nicht in Syrien, nicht in Mali, nicht im Iran. Nirgendwo. Wir brauchen keine Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, in der Türkei oder andernorts. Wir brauchen keine Drohnenmorde und keine Rüstungsexporte. Wir brauchen keine zig millionenfache Spitzelei durch NSA, BND und andere Geheimdienste, die die bürgerliche Demokratie zur Farce werden lassen. Wir brauchen keine Nazis und nicht deren in Krisenzeiten besonders gefährliche soziale Demagogie. Wir brauchen keinen Rassismus, keinen antimuslimischen, keinen Antisemitismus und keinen Antiziganismus. Wir brauchen keinen stetig wachsenden Sozialabbau, und nicht die damit einhergehenden Entwürdigungen von Millionen Menschen. Wir brauchen keine Rettungsschirme für Banken.

Wir – Linke verschiedenster Strömungen – demonstrieren friedlich gegen Kriege, für Menschlichkeit und Internationalismus – für eine solidarische, friedliche und sozial gerechte Welt.

12. Januar 2014 um 10.00 Uhr vom U-Bhf. Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde